So sieht der klassische Alltag aus
Nehmen wir heute!
Ich war gestern Abend sehr müde und wollte früh ins Bett. Um 2Uhr musste ich leider feststellen, dass das irgendwie nicht so recht geklappt hat. Deswegen bin ich heute morgen zu spät aufgestanden und alles war sehr stressig. Noch schlimmer meine Mitbewohnerin und Kollegin Sarah: Sie ist erst gar nicht aufgewacht. Deswegen klopfte ich (wie fast jeden Tag) um 9Uhr an ihre Zimmertür um sie daran zu erinnern, dass wir eigentlich schon arbeiten müssten. Hoch lebe die Gleitzeit! Zum Glück müssen wir (laut Google maps) auch nur 550m zu unsere Arbeit zurücklegen.
Jeder Montag beginnt mit einer Versammlung der ganzen Belegschaft um die letzte bzw. nächste Woche zu besprechen. Ich habe Tee getrunken, den Klagen über die ausgefallene Heizung (gerade sind es 13°C Zimmetemperatur) gelauscht und von meinem ersten Tag am Empfang letzten Donnerstag erzählt. Dazu gehört bedauerlicherweise auch der Telefondienst, ich verstand nie so recht, was die Leute von mir wollten. Aber zumindestens, wen sie sprechen wollten. Immerhin.
Nach der Besprechung kochte ich noch mehr Tee, habe mir meine Winterjacke angezogen und schreibe nun (ganz offiziell in der Arbeitszeit) diesen Blogeintrag und muss mir eine nicht ganz ernst gemeinte Beschwerde von einem Kollegen über mein ständiges Gähnen anhören: Die Müdigkeit stecke ihn an, ich solle damit aufhören. Ach, wenn das so einfach wäre...
Bald ist Mittagspause. Ich kann eigentlich Zeitpunkt und Dauer der Pause selber aussuchen, hauptsache ich arbeite 35h in der Woche. Am Nachmittag, wenn ich wieder superwach, hochkenzentriert und erfrischt bin, werde ich mich um das Design der pädagogischen Dossiers über unsere derzeitigen Ausstellungen für Schülers des Lycées und des Collèges kümmern. Danach werde ich anfangen ein französischen Kinderbuch (ab 11 Jahren) zu lesen und - hoffentlich - zu verstehen. Seit einiger Zeit wird jedes Jahr der Jugendbuchpreis "Raconte-moi l'histoire" (Erzähl mir die Geschichte) vergeben und ich soll ebenfalls drei oder vier Bücher bewerten. Eigentlich eine schöne Aufgabe.
Was ich danach mache, weiß ich noch nicht. Vielleicht muss ich ein paar Veranstaltungen des Weltfriedenszentrum auf verschiedensten Internetseiten und Facebook online stellen. Vielleicht trinke ich noch mehr Tee, vielleicht werde ich erfrieren. Oder besser: Ich werde Sarah bei der Organisation eines Ausfluges für "die Freunde des Zentrums" nach Maastricht helfen.
Nicht jeder Tag läuft gleich ab, ich habe immer andere Aufgaben und das finde ich gut so. Ich kann recht eigenständig entscheiden, was ich machen möchte. Und jetzt entscheide ich mich dazu, meine Mittagspause zu einem Mittagsschlaf um zu funktionieren.
Gute Nacht,
Judith
Foto: Abendlicher Ausblick aus meinem Bürofenster
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