Sorge um Maikel Nabil Sanad

Als erster in der arabischen Welt hatte Maikel Nabil Sanad öffentlich seine Kriegsdienstverweigerung erklärt - und wurde verhaftet. Mit Hungerstreik protestierte er gegen seine Gefangenschaft. Jetzt wurde er zu zwei Jahren Haft verurteilt. Die Friedensaktivisten sind besorgt.

Maikel Nabil Sanadconnection.deMaikel Nabil Sanad

Seit dem Frühjahr 2011 ist Maikel Nabil Sanad in Haft. Der Grund: Er hatte seine pazifistisch motivierte Kriegsdienstverweigerung öffentlich erklärt. Aus Protest gegen das Verfahren befindet er sich seit dem 23. August  in Hungerstreik, fordert seine sofortige Freilassung. Gestern, am 14. Dezember, hat das ägyptische Militärgericht Maikel Nabil Sanad zu zwei Jahren Haft verurteilt. Begründung: Er soll das Militär beleidigt, falsche Informationen verbreitet und die öffentliche Ordnung gestört haben.

Bestürzt zeigen sich  Connection e.V. und die Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) Hessen über das Urteil. „Es ist unerträglich, wie in Ägypten durch das Militär grundlegende Menschenrechte mit Füßen getreten werden“, sagt Gernot Lennert von der DFG-VK Hessen. „Wir sind sehr besorgt um Maikel Nabil Sanad,“ ergänzt Rudi Friedrich vom Kriegsdienstverweigerungsnetzwerk Connection e.V. „Er befindet er sich im Hungerstreik,  nimmt zwar Fruchtsäfte und Milch zu sich, ist aber sehr geschwächt.“

In der gestrigen Verhandlung wurde Maikel Nabil Sanad zudem zur Zahlung von 200 ägyptischen Pfund verurteilt, um die ihm zwangsweise vom Gericht zugewiesenen Rechtsanwälte zu zahlen. Er hatte die Zusammenarbeit mit dem Gericht im erneuten Verfahren verweigert, da dies Verfahren einer „Seifenoper“ gleich käme.

„Mein Sohn“, so Maikel Nabil Sanads Vater Ibrahim Sanad direkt nach dem Prozess, „wurde heute verurteilt, weil er die Wahrheit über die Ereignisse auf dem Tahrir-Platz gesagt hat. Wir Ägypter sehen uns der Ungerechtigkeit durch die Armee ausgesetzt, die das eine sagen, aber das andere tun.“

„Maikel Nabil Sanad hätte nie vor Gericht stehen dürfen“, sagt Rudi Friedrich. Er hat mit der in seinem Blog im März 2011 veröffentlichten Kritik, für die er verurteilt wurde, nichts anderes getan, als seine Meinung zu äußern. Das ist ein elementares Menschenrecht.“

Connection e.V. und die Deutsche Friedensgesellschaft - Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) Hessen fordern weiter die Einstellung aller Militärgerichtsverfahren und die unverzügliche und bedingungslose Freilassung von Maikel Nabil Sanad.

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