Kampf um Leben und Freiheit

Nabil SanadNabil Sanad

Die für Dienstag angesetzte Berufungsverhandlung wurde vertagt, die Leidenszeigt geht weiter: Seit mehr als einem Monat ist der ägyptische Kriegsdienstverweigerer, Militärkritiker und Blogger Maikel Nabil Sanad im Hungerstreik. Er fordert  seine  Freilassung aus der Haft. Die Friedensorganisationen sind sehr besorgt um den Zustand von Sanad, der inzwischen mit dem Tod ringt.

 

Was war passiert?

Ein Militärgericht hatte Sanad am 10. April  wegen Beleidigung des Militärs, Verbreitung falscher Informationen und Störung der öffentlichen Ordnung zu drei Jahren Haft verurteilt.  Er hatte in seinem Blog www.maikelnabil.com über die Rolle des Militärs während und nach der Revolution berichtet. Thema: die Menschenrechtsverletzungen und politischen Einflussnahmen des ägyptischen Militärs.

 

Verurteilung verletzt Menschenrechte

Seine Verurteilung verletzt das Menschenrecht auf Meinungsfreiheit.  „Staatliche Behörden dürfen Kritik von Institutionen wie dem Militär oder Verwaltung nicht untersagen“, heißt es dazu in einer Stellungnahme der Vereinten Nationen.  Zudem sei die  Pressefreiheit Sanads verletzt worden. Da das Urteil  in Abwesenheit der Familie, Freunde und des Anwalts verkündet wurde, könne nicht von einem "gerechten Verfahren" die Rede sein.

 

Hunger- und Durststreik als Protest

Sanad hatte den Hungerstreik am 23. August 2011 begonnen. Mehrmals hatte er seine Forderung auf sofortige Freilassung mit einem Durststreik bekräftigt. Die Folge: Seine Nieren versagten und Sanad fiel wiederholt ins Koma. Mittlerweile wiegt Sanad, nach Angaben von Unterstützern,  weniger als 48 Kilo.

 

Weitere Verhaftungen angedroht

Das ägyptische Militär reagierte auf die Unterstützung Sanad mit der Androhung weiterer Verhaftungen. So wurde sein Bruder,  aufgefordert, die Unterstützung einzustellen: „Sie drohten mir, mich festzunehmen, wenn ich weiter meinen Bruder verteidige und nicht ruhig bin. Aber ich werde weitermachen“, sagt Mark Nabil Sanad.

Die Friedensorganisationen Connection e.V. und  DFG-VK Hessen bitten weiter um Unterstützung für Maikel Nabil Sanad unter:

www.Connection-eV.de/aktion-egypt.php

www.frieden-mitmachen.de

WRI-irg.org/campaigns/supportmaikelnabil

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