Pfarrer, Pazifist, Pflugscharenschmied

Harald Bretschneider: Schwerter zu PflugscharenFoto: epd-bild/Andreas SchoelzelKlatsch, klatsch. Der zweite von links ist der geehrte Harald Bretschneider - in der Eisenacher Georgenkirche

Er war Oberlandeskirchenrat und hat 1980 die Kampagne "Schwerter zu Pflugscharen" bekannt gemacht. Sie wurde zum zentralen Motiv der DDR-Friedensaktivisten. Dabei entwickelte er Lesezeichen und Aufnäher, mit denen Jugendliche ihre Position zu Frieden und Freiheit ausdrückten. Sie trugen es auf Taschen und Jacken. Für seine Verdienste in der friedlichen Revolution von 1989 wurde Oberlandeskirchenrat Harald Bretschneider mit der Martin-Luther-Medaille ausgezeichnet.
Der Mann, der ein Schwert umschmiedet, war ein klug gewähltes Symbol. Das Motiv hatte der anerkannte russischen Bildhauer Jewgeni Wutschetitsch für sein Denkmal für die Vereinten Nationen gewählt. Die DDR-Führung konnte es kaum als Provokation abtun. Verbunden mit dem Zitat des Propheten Micha erlangte es große Popularität.
Für die Herstellung der Aufnäher und Lesezeichen - Hunderttausende fertigte der gelernte Zimmermann an - griff Bretschneider in die Trickkiste: Er ließ sie auf Vlies drucken. Das war damals ohne Genehmigung möglich.
Bretschneider hatte auch maßgeblichen Anteil daran, dass die Revolution von 1989 friedlich blieb. Wie schlimm ein Krieg sein kann, hatte der Pfarrer am eigenen Leib erlebt. Im Dresdner Bombeninferno 1945 rettete er  seine Mutter aus einem zerstörten Haus.
"Ich sehe es als Verpflichtung an, in dem mir geschenkten Leben daraufhin zu wirken, dass Krieg nicht mehr politikfähig ist", lautet seitdem der Grundsatz des Pazifisten. Auch heute ist der Theologe einer der wichtigsten Aktiven in der kirchlichen Friedensarbeit.

Deine Möglichlickeiten

Du kannst die Seite mitgestalten, Fragen stellen oder Bilder uploaden