Inan Süver auf freiem Fuß
Er verweigerte den Militärdienst und wurde dafür verhaftet. Bis Juni 2012 sollte Inan Süver in einem türkischen Gefängnis seine Strafe absitzen. Mit dem geforderten Gesetz zur Kriegsdienstverwerweigerung war das Gericht zum Umdenken gezwungen - und Süver kam frei.
Connection.deInan Süver ist frei. Vor wenigen Tagen wurde der türkisch-kurdische Kriegsdienstverweigerer vorzeitig aus der Haft entlassen. Das Militärgericht reagierte damit auf die Erklärung der Regierung, ein Gesetz zur Kriegsdienstverweigerung zu veranlassen .
Inan Süver war am 5. August 2010 verhaftet worden. Der Vorwurf: dreimalige Desertion - also das Fernbleiben eines Soldaten von militärischen Verpflichtungen in Kriegs- oder Friedenszeiten. Bis Juni 2012 - so das vorläufige Urteil - sollte er in Haft bleiben. Er litt unter den Bedingungen im Gefängnis und erkrankte. Da Süver ausgemustert wurde, besteht mit der vorzeitigen Entlassung die Hoffnung auf das Ende seiner Verfolgung.
Süver erklärte, dass er sehr glücklich sei, nun aus dem Gefängnis zu sein und wieder am täglichen Leben teilnehmen zu können.
"Wir sind sehr froh, dass Inan Süver endlich aus der Haft entlassen wurde", erklärte Rudi Friedrich vom Kriegsdienstverweigerungsnetzwerk Connection e.V. "Wir möchten allen danken, die mit ihrer Unterstützung zu seiner Freilassung beigetragen haben. Aber nach wie vor wird die Kriegsdienstverweigerung in der Türkei nicht anerkannt. Verweigerern droht weiter mehrfache Bestrafung."
Hintergrund
Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hatte die Türkei am 22. November diesen Jahres im Verfahren des Kriegsdienstverweigerers Ercep gegen die Türkei verurteilt, weil "das Fehlen einer Alternative zum Militär das Recht auf Kriegsdienstverweigerung verletzt" und die Türkei damit gegen Artikel 9 der Europäischen Menschenrechtskonvention verstoße. "Das ist eine unmissverständliche Aufforderung, die Verfolgung endlich zu beenden", ergänzte Rudi Friedrich. "Der Umgang mit den Kriegsdienstverweigerern ist ein Prüfstein, ob die Türkei die Menschenrechte wirklich ernst nimmt."
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