Maikel Nabil Sanad auf freiem Fuß
Als erster in der arabischen Welt hatte Maikel Nabil Sanad öffentlich seine Kriegsdienstverweigerung erklärt - und wurde verhaftet. Mit Hungerstreik protestierte er gegen seine Gefangenschaft. Dennoch wurde er zu zwei Jahren Haft verurteilt - und jetzt vorzeitig entlassen.
connection.deMaikel Nabil Sanad
Nach seiner Freilassung am Dienstagabend erklärte Maikel Nabil Sanad: „Ich danke allen Ägyptern und ausländischen Aktivisten, die sich mit enormem Engagement dafür eingesetzt haben, dass ich meine Freiheit wiedererlange.“ Zugleich machte er aber auch deutlich, dass er seine Inhaftierung und Verurteilung weiterhin als völlig ungerechtfertigt ansieht: „Ich möchte, dass alle wissen, dass ich die Entscheidung zur Begnadigung ablehne. Ich habe kein Verbrechen begangen, das begnadigt werden könnte. Ich habe nur mein Recht auf Gedanken- und Redefreiheit ausgeübt.“
Maikel Nabil Sanad wurde im März 2011 verhaftet, weil er auf seinem Blog über die Rolle des Militärs...
connection.deMaikel Nabil Sanad
Nach seiner Freilassung am Dienstagabend erklärte Maikel Nabil Sanad: „Ich danke allen Ägyptern und ausländischen Aktivisten, die sich mit enormem Engagement dafür eingesetzt haben, dass ich meine Freiheit wiedererlange.“ Zugleich machte er aber auch deutlich, dass er seine Inhaftierung und Verurteilung weiterhin als völlig ungerechtfertigt ansieht: „Ich möchte, dass alle wissen, dass ich die Entscheidung zur Begnadigung ablehne. Ich habe kein Verbrechen begangen, das begnadigt werden könnte. Ich habe nur mein Recht auf Gedanken- und Redefreiheit ausgeübt.“
Maikel Nabil Sanad wurde im März 2011 verhaftet, weil er auf seinem Blog über die Rolle des Militärs während und nach der Revolution berichtete. Er schilderte darin die Menschenrechtsverletzungen und politischen Einflussnahmen des ägyptischen Militärs vor und während der Revolution. Im April 2011 wurde er zu drei Jahren Haft verurteilt. In einem Berufungsverfahren hob das Berufungsgericht das Urteil als „null und nichtig“ auf, verwies es aber zurück an das untergeordnete Gericht. Dieses sprach am 14. Dezember 2011 im Wiederholungsverfahren ein Urteil von zwei Jahren Haft wegen Beleidigung des Militärs, Verbreitung falscher Informationen und Störung der öffentlichen Ordnung aus. Damit verletzte das Militärgericht weiter die Menschenrechte auf freie Meinungsäußerung und auf ein faires Verfahren.
Gesundheitlich schwer beeinträchtigt
Maikel Nabil Sanad war bereits am 23. August 2011 in Hungerstreik getreten, mit der Forderung auf sofortige Freilassung. Er beendete den Hungerstreik am 31. Dezember. Durch monatelange Haft und Hungerstreik ist er gesundheitlich schwer beeinträchtigt und benötigt dringend umfassende medizinische Behandlung.
Maikel Nabil Sand seine Zeit im Gefängnis als „leid- und schmerzvoll“. Er ergänzte: „Alles Leid und aller Schmerz waren direkt vom Obersten Militärrat angeordnet. Wenn wir sehen, dass ein Gewissensgefangener die ganze Zeit aufgrund der Befehle der politischen Führung der Nation leidet, müssen wir erkennen: Wir haben es mit einem korrupten, ungerechten und überheblichen politischen Regime zu tun.
Das Kriegsdienstverweigerungsnetzwerk Connection e.V. und die Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) Hessen begrüßen die Freilassung des ägyptischen Militärkritikers.
Weitere Informationen unter: www.connection-ev.de
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