Aufruf zur Kriegsdienstverweigerung

Der Ökumenische Rat der Kirchen findet zu seinem ureigensten Thema zurück – dem Frieden

PatronenhülseniStockphoto

Im vorletzten Jahr der Dekade zur Überwindung von Gewalt (2001–2010) hat der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) eine Untersuchung zum Recht der Militärdienstverweigerung aus Gewissensgründen veröffentlicht.

Die im Juni 2009 erschienene Studie gibt Hinweise zur KDV-Diskussion in der Ökumenischen Bewegung. Ausgehend von den Berichten der UN-Menschenrechtskommission und von ergänzenden Informationen skizziert sie die weltweite Situation der Kriegsdienstverweigerung und dokumentiert Beispiele aus der Arbeit der Mitgliedskirchen.

Die Studie stellt einiges beschönigend dar...

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Im vorletzten Jahr der Dekade zur Überwindung von Gewalt (2001–2010) hat der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) eine Untersuchung zum Recht der Militärdienstverweigerung aus Gewissensgründen veröffentlicht.

Die im Juni 2009 erschienene Studie gibt Hinweise zur KDV-Diskussion in der Ökumenischen Bewegung. Ausgehend von den Berichten der UN-Menschenrechtskommission und von ergänzenden Informationen skizziert sie die weltweite Situation der Kriegsdienstverweigerung und dokumentiert Beispiele aus der Arbeit der Mitgliedskirchen.

Die Studie stellt einiges beschönigend dar: die verweigerungsfeindliche Haltung der orthodoxen Kirchen, die langjährige Vernachlässigung dieses Themas im ÖRK. Dennoch ist der Studie eine weite Verbreitung zu wünschen. Ihr Fazit:

 

„Für den Ökumenischen Rat der Kirchen ist es angemessen und notwendig, die Kirchen zur Unterstützung der Kriegsdienstverweigerung aus Gewissensgründen aufzurufen... Wäre es nicht inkonsequent, wenn Kirchen den Krieg unmoralisch oder rechtswidrig nennen, ohne ihre Mitglieder zur Verweigerung des aktiven Militärdienstes zu ermutigen, ohne ihnen zu helfen, sich auf den Spuren Christi durch die Probleme und Folgen dieses Handelns durchzuarbeiten?“

 

ÖRK ruft zu Kriegsdienstverweigerung auf

Eine Konsequenz der Studie ist der Beschluss, mit dem der ÖRK-Zentralausschuss sich am 1. September 2009 an die weltweit 349 ÖRK-Mitgliedskirchen richtet. Darin heißt es: Der Zentralausschuss

„ermutigt die Mitgliedskirchen, ihre Regierungen und militärischen Organisationen aufzufordern, das Recht auf Kriegsdienstverweigerung aus Gewissensgründen als völkerrechtlich garantiertes Menschenrecht anzuerkennen und zu achten.“

 

Der ÖRK-Beschluss

„ruft die Kirchen auf, ihre Mitglieder in Situationen, in denen die Kirche bewaffnete Aktionen als rechtswidrig oder sittenwidrig ansieht, zur Kriegsdienstverweigerung zu ermutigen.“

 

Er „ermutigt die Kirchen, sich mit der Frage von Steuergeldern für militärische Ausgaben oder Krieg sowie mit Alternativen zum Militärdienst auseinanderzusetzen."

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